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  • 20th April 2017 - 10:13 GMT
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Edito – 20.04.2017

Einige Tage vor den Französischen Wahlen zeigt sich, dass die Frage der Europäischen Beziehungen für die Analyse der jeweiligen Wahlprogramme sowohl des linken sowie des rechten Lagers essentiell ist. Das Thema zeigt eine Bruchlinie auf in der Politik. Eine Bruchlinie zwischen denjenigen, welche die EU vereinfachend als Sündenbock für alles Negative darstellen und denjenigen, welche die Fortschritte anerkennen, die durch die Sicherstellung von Frieden, Austausch und Personenfreizügigkeit erzielt worden sind. Auf der einen Seite stehen die Kritiker, welche einen Bruch mit der EU möchte, auf der anderen Seite die Befürworter, welche die EU Integration weiterentwickeln und weiterführen möchte. In einem Wahlkampf, welcher die traditionellen Politiklinien aufgeweicht hat und teilweise Details die jeweiligen Kandidierenden unterscheiden, ist dabei die Gefahr gross, in reinen Personenkult abzudriften.

Was aber besonders auffällt ist die gleichzeitige Unsichtbarkeit von Europa. Erfolge wie zum Beispiel die EU Programme, Erasmus und erreichte Umweltnormen werden nicht thematisiert und gehen in der grundsätzlichen Diskussion unter. Insbesondere bei der jungen Generation fehlt oft das Bewusstsein, welche Errungenschaften wir in unserem Alltag der EU verdanken.

Dank der Schweiz, in welcher wir regelmässig über europapolitische Themen an der Urne Stellung nehmen, können diesbezüglich Lehren gezogen werden: Wie kann die Notwendigkeit der EU vermittelt werden, wenn deren Errungenschaften und Vorteile nicht angesprochen werden? Es ist Zeit, die Arbeit und Erfolge der EU endlich stärker in den Mittelpunkt zu rücken und damit auch aufzuzeigen, welche Schwächen die EU noch hat. Hoffen wir, dass die nächste Präsidentschaft in Frankreich dazu fähig ist.

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