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  • 14th September 2020 - 12:40 GMT
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Plumpe Popo-Plakate der SVP

Volksabstimmung zur sog. Kündigungsinitiative

Ein gewaltiger Hintern mit EU-Gürtel setzt sich auf eine kleine rote Schweiz, die darob prompt zerbricht. Das Bild soll die Sesshaftigkeit von Zuwanderern aufzeigen, die sich längerfristig in der Schweiz niederlassen und nach Ansicht der SVP vom Schweizer Sozialsystem profitieren.

Die beiden SVP-Exponenten Esther Friedli und Marcel Dettling diffamieren derart die flinken und ranken Pflegefachfrauen und Pfleger aus Deutschland, Italien und Slowenien, die in unseren Spitälern, Alters- und Pflegeheimen täglich dienen, die robusten Steirer und Kärtner, die die NEAT-Röhren am Gotthard, Lötschberg und Ceneri jahrelang in stickiger Luft gebohrt und ausbetoniert haben, die fleissigen Portugiesen im Wallis und Oberengadin, die die Hotellerie aufrechterhalten. Wir erinnern an die Grenzgänger aus dem Elsass und Badischen, aus der Umgebung von Genf wie Konstanz/Kreuzlingen, ohne die unsere Pharma-, Uhren- und Metallbranchen nicht mehr produzieren und liefern könnten. Die Zahnärztin aus Kroatien, die schwedische Augenärztin, mein Hausarzt aus Deutschland sind uns allzu vertraut und sicher nicht mehr fremd. Vielleicht sind wir im höheren Alter gar auf die Rundumpflege von Polinnen und Rumäninnen angewiesen.

Die Einwanderung trägt zur Verlangsamung der Alterung der Schweizer Bevölkerung bei. Die Personenfreizügigkeit hat zu einer Lohnerhöhung von 4,5% geführt. Die europäische Einwanderung hat einen positiven Effekt auf die Sozialversicherungen, einschliesslich der 1. Säule. Einwanderer haben eine höhere Arbeitsbelastung und leisten mehr Nacht- und Sonntagsarbeit. Die flankierenden Massnahmen – gegen den Willen der SVP-Oberen eingeführt -, garantieren Schweizer Löhne. Wollen wir die bewährten Lohnkontrollen aufs Spiel setzen? Stabile Beziehungen mit den wichtigsten Handelspartnern sind wichtig. Eine Kündigung der bilateralen Verträge kennt nur Verlierer in unserem Land. Darum sagen wir dezidiert NEIN zur Begrenzungs-/Kündigungsinitiative.

Reinach, 07.09.2020
Werner Strüby-Schaller

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