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  • 21st April 2020 - 14:03 GMT
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Von Mensch zu Mensch

Schon komisch – da gibt es doch immer wieder Leute, die den aktuellen Zustand der (fast) geschlossenen Grenzen nahezu bejubeln und meinen wie super es doch jetzt sei, dass die Grenzen endlich geschlossen seien.

Nun ja, das mag für viele eine romantische Vorstellung sein; nur: Eine romantische Vorstellung von was?

Wir erleben ja jetzt, was das bedeutet. Grenzregionen werden in kleine, lokale Gebiete zerschnitten und viele Menschen können sich nicht mehr einfach so treffen. Familien sind getrennt, Paare können sich nicht treffen, Freundes- und Bekanntenkreise sind zerschnitten und so weiter und so fort.

So ist es momentan auch in der kleinen, schönen Region Vorarlberg – Allgäu – Ostschweiz, in der ich lebe. Mein persönlicher Umkreis erstreckt sich im Alltag nicht weiter als in einem Umkreis von wenigen Kilometern. Durch die geographische Lage erstreckt sich dieses überschaubare Gebiet nun eben über drei Länder. Und dieses Gebiet ist durch die Grenzschliessungen nun so ziemlich geschrumpft. Nicht nur für mich, sondern für viele weitere Menschen auch. Klar verstehe und akzeptiere ich, dass dies im Moment durch die verschiedenen Hoheitsbeanspruchungen der einzelnen Staaten vorübergehend nun mal so ist. Aber wie man diese „Menschentrennerei“ grundsätzlich und im Allgemeinen auch noch für ach so super finden kann; Nein – das verstehe ich nicht. Umso mehr freue ich mich einfach auf die Zeit, in der wir uns Dank der Existenz der EU und des Schengenabkommens wieder frei bewegen und begegnen können. Und zwar nicht von Staat zu Staat – sondern ganz einfach:

Von Mensch zu Mensch.


Fredy Lüchinger, Präsident Nebs Ostschweiz
Dornbirn (A) / Kriessern (CH)

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