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  • 30th July 2015 - 11:29 GMT
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André von Graffenried, Mitglied der politischen Kommission: In den baltischen Staaten

Letzten Oktober bereiste ich die baltischen Staaten. Vor dem Präsidentenpalast in Tallin und Vilnius wehten drei Fahnen: neben der nationalen Flagge, diejenige der EU und der NATO. Vor diesem Anblick stellte ich mir die Frage, ob die EU wirklich eine intellektuelle Fehlkonstruktion sei. In welcher Lage würden sich die baltischen Staaten heute befinden, wenn sie nicht in einem europäischen und atlantischen Verbund verankert wären? Was wäre für sie die Alternative zur EU und Nato?

In den baltischen Staaten habe ich mich, nur schon wegen der sehr europäischen Architektur, sofort zuhause gefühlt. Zum Zugehörigkeitsgefühl zu Europa trägt sicher auch bei, dass wir uns im Schengenraum befinden, und somit ohne Grenzkontrolle von der Schweiz nach Tallin fahren können. Heute ist der Euro die Währung im Baltikum, ein wichtiger zusätzlicher Integrationsfaktor. Dass Lettland zum Jahreswechsel erstmals die EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat, trägt in der heutigen geopolitischen Lage ebenfalls zur Sicherheit der baltischen Staaten bei. Bildet das Baltikum nicht ein Beispiel, dass die EU nach wie vor für ganz Europa ein Friedensprojekt ist?

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