Dossiers > 18.10.17: «Euroturbo» Marc F. Suter ist tot

Details:

  • 18th October 2017 - 10:01 GMT
Die Nebs in den Medien

18.10.17: «Euroturbo» Marc F. Suter ist tot

Der frühere FDP-Nationalrat aus Biel ist mit 64 Jahren gestorben. Christa Markwalder beschreibt ihn als «Vorbildcharakter».

Marc F. Suter, Nationalrat von 1991 bis 2003 sowie 2007 ist im Alter von 64 Jahren gestorben, wie die FDP Kanton Bern mitteilt. Von 1986 bis 1992 war Suter Mitglied des bernischen Grossen Rates, 1991/1992 präsidierte er das Kantonsparlament.

Man verliere einen «engagierten Freisinnigen, der sich mit Herzblut und grosser Vehemenz für seine Überzeugungen und Visionen einsetzte», schreibt die FDP. «Er, der selber seit einem Unfall querschnittgelähmt war, kämpfte für die Gleichstellung von Menschen mit einem Handicap.» Als Präsident und späterer Ehrenpräsident der Neuen Europäischen Bewegung NEBS engagierte er sich in der Europapolitik. Man nehme mit grosser Betroffenheit Kenntnis von seinem Tod, schreibt die Partei.

Marc F. Suter, Nationalrat von 1991 bis 2003 sowie 2007 ist im Alter von 64 Jahren gestorben, wie die FDP Kanton Bern mitteilt. Von 1986 bis 1992 war Suter Mitglied des bernischen Grossen Rates, 1991/1992 präsidierte er das Kantonsparlament.

Man verliere einen «engagierten Freisinnigen, der sich mit Herzblut und grosser Vehemenz für seine Überzeugungen und Visionen einsetzte», schreibt die FDP. «Er, der selber seit einem Unfall querschnittgelähmt war, kämpfte für die Gleichstellung von Menschen mit einem Handicap.» Als Präsident und späterer Ehrenpräsident der Neuen Europäischen Bewegung NEBS engagierte er sich in der Europapolitik. Man nehme mit grosser Betroffenheit Kenntnis von seinem Tod, schreibt die Partei.

Suters politische Weggefährtin, FDP-Nationalrätin Christa Markwalder, welche 2006 bis 2014 ebenfalls die NEBS präsidierte, zeigt sich von seinem Tod betroffen. «Marc F. Suter hatte für mich einen Vorbildcharakter – als Europafreund, als Jurist und als Rollstuhlgänger, der trotzdem auch Skifahrer war», sagt sie. «Er war ein warmherziger Mensch, der seine Visionen umsetzen wollte.»

Durch Lieferanteneingang ins Bundeshaus

Der Bieler Rechtsanwalt war der erste Nationalrat im Rollstuhl und setzte sich ein Leben lang für die Gleichstellung von Behinderten ein. Allein durch seine Wahl in die grosse Kammer machte er auf diese Problematik aufmerksam: Zu Beginn seiner Amtszeit konnte er nur durch den Lieferanteneingang in das Bundeshaus gelangen.

Suter engagierte sich auch für aussenpolitische Themen. Dank seiner Mitgründung der NEBS und seiner EU-freundlichen Haltung in der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats erhielt er den Beinamen «Euroturbo». Auch wegen seiner progressiven Energiepolitik – er plädierte früh für die Benutzung von Solarenergie – wurde Suter als Angehöriger des «linken» Flügels der FDP betrachtet. «Ich bin denen wohl zu links-liberal geworden», räumte er selbst nach seiner ersten Abwahl 2003 ein.

Rechtsstreit mit Guido A. Zäch

Diese kam, nachdem Suter in Kontroversen verwickelt worden war. Im April 2003 wurde er nach seiner 50. Geburtstagsfeier mit Alkohol am Steuer erwischt; sein letztlich erfolgreicher Rechtsstreit gegen Paraplegiker-Arzt Guido A. Zäch war umstritten. Nachdem Nationalrat Kurt Wasserfallen Ende 2006 unerwartet verstorben war, übernahm Suter 2007 sein Amt. «Nach drei Jahren Pause sind meine Batterien wieder aufgeladen», sagte er damals. Wenige Monate später wurde er jedoch erneut abgewählt.

(mck/sda)

keine Kommentare

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abbrechen