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  • 29th July 2019 - 12:54 GMT
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Wir sind mehr

Der Wohlstand in der Schweiz fusst zu einem grossen Teil auf der Existenz der Europäischen Union. Klar, in der EU ist je nach Betrachtungsweise einiges zu verbessern. Wo ist es das nicht? Und dennoch oder gerade darum: Es sollte auch Schweizer Politikerinnen und Politikern klar sein, dass wir unser Umfeld pflegen müssen, damit auch in der Schweiz gute Zustände herrschen. Wenn rundherum Chaos wäre, ginge es auch in der Schweiz nicht gut. Zu meinen, es sei in unserer Heimat alles gut, weil die Schweiz nicht in der EU sei, ist meiner Meinung nach ein Trugschluss. Es geht nicht nur der Schweiz, sondern den Europäischen Ländern insgesamt gut. Wenn man in den Geschichtsbüchern einige Seiten zurück blättert stellt sich ein anderes Bild dar: Krieg, Armut, in Nationen eingesperrte Menschen sowie viele Unsicherheiten. Klar gibt es viele schöne Erinnerungen an früher. Jeder Mensch hat schöne Erinnerungen an seine Jugendzeit. Aber insgesamt war früher nicht alles besser. Die Menschen hatten früher nicht die Sicherheiten und Freiheiten, wie wir sie heute in Europa geniessen und erleben. Reise- und Niederlassungsfreiheit in der ganzen EU sind nur zwei von vielen Errungenschaften, welche durch die Bestrebungen der EU-Länder entstanden sind. Viele Dinge scheinen uns heute als selbstverständlich. Über 70 Jahre Friede in Europa ist einer der Umstände, welcher durch die Einigungsprozesse der europäischen Länder erreicht wurde. So konnten sich viele Begebenheiten, von denen wir heute immens profitieren, überhaupt erst entwickeln – nebst der eigentlichen Tatsache des lange anhaltenden Friedens selbst. Daran sollten wir uns erinnern. Selbstverständlich haben wir in der Schweiz ein gutes politisches System, welches extreme Positionen ausgleicht. Nur, das alleine reicht nicht. Man könnte auch die durch die Europäische Union erreichten Ziele würdigen und anerkennen, so wie es z.B. in Österreich gemacht wird. Die EU ist kein Feind der Schweiz, sondern die Grundlage für eine friedliche, menschenfreundliche Entwicklung in Europa. Mit Freiheiten und Möglichkeiten für die einzelnen Menschen, welche noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar waren. Daran sollten Politikerinnen und Politiker in der Schweiz erinnern. Sowie an die guten Taten, welche in der Schweiz vollbracht wurden wie zum Beispiel die Errichtung der Bilateralen Verträge mit der EU durch die damals zuständigen Bundesräte und Behördenmitglieder. Und man kann zu jeder Zeit über die Landesgrenzen hinaus schauen und man wird sehen: Wir sind mehr als Schweizer, Österreicher, Italiener… Wir sind Europäerinnen und Europäer. Wir sind Menschen. Einfach nur Menschen. Nicht mehr; nicht weniger.

Fredy Lüchinger, Primelweg 16a, Dornbirn und Fichtenweg 17, Kriessern, Präsident Nebs Ostschweiz

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