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  • 8th January 2018 - 12:29 UTC
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Kommentar von Hans Schmutz

Es muss unser Ziel sein, aggressiver und offensiver gegen die Neinsager-Partei vorzugehen, unsere Werte ernsthaft zu verteidigen und präzise zu argumentieren, warum wir einen Beitritt zur EU wollen. Die SVP sollte nicht so überheblich über die EU und Brüssel herziehen. Bei allem Respekt, die Rechtspartei ist nicht in der Position 28 EU-Ländern zu erklären, wie sie ihren Job machen müssen. Zu diesem Zweck wäre es sinnvoll und klug am EU-Tisch zu sitzen und mitentschieden zu können. In naher Zukunft stellt sich nicht die Frage, ob wir der EU beitreten sollen, sondern wie wir mit Anstand und Respekt mit diesem weltweit herausragenden Friedensprojekt umgehen sollen.

Die SVP sagt, wir gehören nicht zur EU. In Wirklichkeit „können“ wir Europa nicht verlassen. Die Schweiz ist geographisch gesehen das Herz von Europa, auch wirtschaftlich, soziologisch, kulturell sind wir einstweilen noch dabei, in der Forschung und Entwicklung auch. Solange die Grossen, beispielsweise die Pharmaindustrie, noch Arbeitsplätze in der Schweiz bieten, sind wir froh und sind sogar stolz, mitzuwirken. Die Schweizer Werte kommen nicht zuletzt zumeist aus Europäischen Länder z.B. aus Frankreich. Wir waren bis in die Achtzigerjahre nicht wirklich ein Vorzeigeland. Denken wir nur an die tausenden „Schwarzen Brüder“, an zweihunderttausend „Verdingkinder“, ans Frauenwahlrecht und an die in Sri Lanka gestohlenen Kinder, die in der Schweiz zur Adoption freigegeben wurden etc.

Wenn wir in der EU mitreden wollen (und das müssen wir!), müssen wir an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen. Aber dank der SVP müssen wir immer wieder mit der EU streiten und verhandeln. Übrigens: Was ist falsch daran, wenn wir beispielsweise Menschenrechte von einer Demokratischen Union bestätigen und beurteilen lassen?

Die Macht der Finanzen, die Ungleichgewichte zwischen den Staaten sind immer wieder Anlass zu Hass, Neid und schlussendlich Krieg. Wir müssen alles daran setzen, den Frieden zu erhalten und daran, dass aufgrund des Populismus der Hass zwischen den Menschen nicht wieder gesteigert wird und sich böse Erfahrungen nicht wiederholen. Gottseidank ist die EU besorgt um das Wohlergehen und den Ausgleich Europas.

Wir Schweizer dürfen uns diesbezüglich nicht verschliessen. Souveränität ist nicht mit Isolation zu verwechseln. Denken wir daran, dass die Schweiz vor nicht allzu langer Zeit noch ein armes Auswanderungsland war und erst nach dem 2.Weltkrieg zum reichsten Land der Welt geworden ist. Darüber sollten wir uns auch Gedanken machen.

  1. Fredy Lüchinger
    Fredy Lüchinger January 15th,2018 06:43:35 Kommentar #5269

    Super Kommentar mit sehr treffendem Inhalt – vielen Dank an Hans Schmutz

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